Erdgas-Preise ohne Logik

End-Konsumenten von Erdgas werden in der Schweiz sehr unterschiedlich zur Kasse gebeten. In der Gemeinde Goldach bezahlen Erdgas-Bezüger fast doppelt so viel für eine Kilowattstunde wie in der Gemeinde Horgen. Wirklich begründen lässt sich dies nicht.

Seit Mitte 2014 sind die Erdöl-Preise weltweit am sinken – teilweise um bis zu 50 %. Da der Erdgas-Preis seit 1974 bis heute eng an den Erdöl-Preis gekoppelt ist, müssten Schweizer Gemeinden auch die Gas-Preise senken, tun sie aber nicht immer.
Die Anbieter-Preise sind kommunal sehr verschieden: In Goldach und Bern werden beispielsweise Fr. 9.41 bzw. Fr. 9.12 pro Kilowattstunde verlangt, wohingegen Thalwil und Horgen mit Fr. 5.40 bzw. Fr. 4.90 wesentlich günstiger sind. Vorbildlich auch die Gemeinde Grenchen, welche unlängst ihre Gebühren um 45% senkte und neu nur noch Fr. 5.20 pro Kilowattstunde verlangt. Diese enormen Preis-Unterschiede lassen sich nur schwer begründen, denn die Gas-Importpreise sind für alle Abnehmer ungefähr gleich hoch.

Ein ähnliches Thema sind die Grundgebühren, welche quasi das Eintrittsticket bzw. Abonnement darstellen, damit man überhaupt Erdgas beziehen darf. Bis zu Fr. 300.- „Mitglieder-Beitrag“ werden Endbezügern pro Jahr in Rechnung gestellt. Dabei wird kein Unterschied zwischen Grossmengen- und Kleinmengen-Bezügern (Mieter, Hausbesitzer) gemacht.
D.h. Kleinmengen-Bezüger bezahlen relativ mehr als Grossmengen-Bezüger. Auch hier gehen die Gemeinden verschiedene Wege: Das Stadtwerk Winterthur hat diese Grundgebühr 2015 aufgehoben, Städte wie Martigny, Rapperswil und St. Gallen hingegen verlangen nach wie vor bis zu Fr. 300.- Grundgebühren.

Organisationen wie die VSERG (Vereinigung schweizerischer Erdgaskonsumenten) kämpfen gegen diese Ungerechtigkeiten an und feiern immer wieder Teilerfolge, wie das Beispiel der Gemeinde Grenchen zeigt.

Interessierte wenden sich an:

Vereinigung schweizerischer Erdgaskonsumenten (VSERG)
Thomas Schmidhauser (Präsident)
Alderstrasse 40
8008 Zürich

erdgaskonsumenten@gmail.com
+41 79 340 86 01

Dominique Roten

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