Euro

Frankenschock kostet zehntausende Jobs

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 hat die inländische Industrie auf dem falschen Fuss erwischt. Tausende Stellen sind dem starken Franken zum Opfer gefallen. Wieviel Arbeitsplätze der Frankenschock bereits gekostet hat, darüber streiten sich die Experten.

Alstom: 1300 Stellen. Richemont: 350 Stellen. Manor: 150 Stellen. Sulzer: 90 Stellen. Schweizer Unternehmen, die dieses Jahr aufgrund der Frankenstärke Stellen abbauen, gibt es viele. Eine Entwicklung, die bereits 2015 ihren Lauf nahm, als über 400 Firmen Massenentlassungen ankündigten,  45 Prozent mehr als 2014.
Uneins – weil statistisch schwer zu erfassen – sind sich die Experten darüber, wieviel Stellen aufgrund des Frankenschocks bisher verloren gingen. SP-Nationalrat Corrado Pardini spricht von 20’000 bis 30’000 Jobs, der Politikwissenschaftler Thomas Lo Russo rechnet gar mit 42’000.

Als die Schweizerische Nationalbank am 15. Januar 2015 quasi über Nacht den Euro-Mindestkurs von 1.20 aufhob, überraschte sie damit alle. In der Folge kam es zu Turbulenzen auf den Aktien- und Devisenmärkten, der Wert des EURO fiel zweitweise unter 80 Rappen. Schweizer Produkte wurden im Ausland wesentlich teurer und exportorientierte Industrieunternehmen kämpften mit einbrechenden Margen. Massenentlassungen, Lohnsenkungen und Arbeitszeit-Erhöhungen waren die Folge. Seitdem ist die Schweiz das einzige kleine Land mit offener Volkswirtschaft, das auf jegliche Anbindung an grössere Währungsräume verzichtet.

Fachleute rechnen damit, dass der Frankenschock bis 2017 ausgestanden ist. Bis dahin werden seine negativen Folgen weiter zu spüren sein und das Schweizer Wirtschaftswachstum jährlich um 1 – 2 % verringern.

Dominique Roten