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Genuss ist Schweizern enorm wichtig

Genuss ist Schweizern ausgesprochen wichtig – vor allem für die Psyche, aber auch für den Körper. Am ehesten hemmt Stress die Genussfähigkeit. Dies sind die zentralsten Erkenntnisse der repräsentativen kf Umfrage zum Thema „Konsum & Genuss“.

Wir konsumieren deutlich mehr als noch vor Jahrzehnten – aber geniessen wir auch mehr? Und können wir auch wirklich bewusst geniessen? Das Konsumentenforum kf beobachtet, dass wir so stark wie kaum je zuvor darauf konditioniert wurden, Genuss mit Moral zu verbinden. Genuss ja, aber bitte unter Berücksichtigung von ökologischen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Aspekten. Genuss, gerade wenn er auf ein Konsumgut zurückgeht, muss sich offensichtlich erst verdient werden, was wiederum bedeutet, dass Genuss nicht für sich alleine stehen kann, sondern offenbar eine Art „Ausgleich“ zu Arbeit, Anspannung und Stress darstellt. Aber Genuss soll kein Tauschgeschäft darstellen! Das Konsumentenforum kf plädiert dafür, dass jede und jeder geniessen können soll – ohne wegen oktroyierter Denkmuster jeweils gleich ein schlechtes Gewissen zu bekommen.

Frauen geniessen lieber und häufiger

Wie und was geniessen Schweizer eigentlich? Welchen Wert messen Konsumenten dem Genuss bei? Und wie reagiert man auf Nudging? Um diese und weitere Fragen beantworten zu können, hat das Konsumentenforum kf zusammen mit dem Link Institut eine repräsentative Befragung zu Genussempfinden, Genussmitteln und Nudging durchgeführt. Es resultierten sehr aussagestarke Resultate. Sehr eindeutig waren z.B. die Antworten auf die Frage, ob Genuss im Leben wichtig sei. Für durchschnittlich 60% der Befragten ist er „sehr wichtig“, für weitere 35% ist er immer noch „wichtig“. Dabei gaben vor allem Frauen und Romands an, dass Genuss „sehr wichtig“ sei. Diese beiden Stichprobengruppen gaben in der Folge auch an, dass sie häufiger bewusst geniessen würden. „Täglich“ oder „mehrmals täglich“ geniessen 62% der Romands und 64% der Frauen, aber ‚nur‘ 54% der Männer und 58% der Deutschschweizer. Klar häufigste Geniesser sind die über 50-Jährigen, von denen gleich 27% angaben, mehrmals täglich geniessen zu können. Ein kleiner Haushalt (mit nur 1-2 Personen) wirkt sich offenbar auch positiv auf die Häufigkeit des Geniessens aus. 

Genuss Umfrage Grafik SchweizAm meisten beeindruckten die 92%, die sich einig darin waren, dass Genuss ihre psychische Gesundheit positiv beeinflusse. Nur gerade fünf Personen aus dem Panel gaben an, dass Genuss ihre Psyche negativ beeinflusse. Genuss bietet stärker als vermutet auch positive Effekte für die Physis: Nur der kleine Anteil von 8% war der Meinung, dass sich Genuss negativ auswirke. Dieser Wert steht diametral zum häufig lasterhaften Bild, welches das Geniessen besitzt. Die Deutlichkeit der Aussage legt nahe, dass Genussförderung bestimmt auch Gesundheitsförderung wäre.

Bevormundung und Kritik wirken nicht

Die Befragten wurden auch dazu aufgerufen, eine allgemeine Einschätzung zum Konsumverhalten der Schweizerinnen und Schweizer abzugeben. Herr und Frau Schweizer seien demnach generell offen für den Konsum und würden eher viel konsumieren – wobei sie sich nur zu Teilen ihrem Konsumverhalten bewusst seien und nicht speziell nachhaltig konsumierten. Romands fanden, dass der Konsum genossen wird, was bei den Deutschschweizern signifikant weniger stark so gesehen wird. Fürs Geniessen brauchen sich Schweizer laut Einschätzung der Befragten nicht zurückzuziehen, sondern können das durchaus in der Öffentlichkeit tun.

Durchschnittlich 37% der Befragten gaben an, bereits für ihr Konsumverhalten kritisiert worden zu sein. Besonders häufig gaben Auszubildende (46%) und Besserverdienende (41%) an, bereits Zielscheibe von Kritik gewesen zu sein. Dabei wurden mehr als die Hälfte der Kritisierten von ihrem Partner gerügt. Die partnerliche Kritik ist die Domäne der Frau: Während 61% der Männer von ihren (meist weiblichen) Partnern kritisiert wurden, gaben nur knapp 40% der Frauen an, Kritik aus dem Munde ihres Partners erhalten zu haben… Hauptgrund für den Angriff auf das Konsumverhalten waren zumeist gesundheitliche Aspekte (78%), weit weniger wurde mit Kosten argumentiert (25%) oder die Moral herangezogen (24%). Ökologische Aspekte waren in 15% der Fälle ein Kritikpunkt.

Allen Versuchen von Partner, Familie, Freunden und Organisationen zum Trotz änderten nur 24% der Kritisierten (entspricht knapp 9% der gesamten Stichprobe) aufgrund der Argumente ihr Verhalten und schränkten ihren Konsum ein. Es fiel auf, dass kritisierte Angestellte leichter andere Verhaltensmuster zulegten (30%) als dies Selbstständige und Personen in leitender Funktion taten (18%).

Mehr zum Thema:
>> Zur Medienmitteilung
>> Zur Rede von kf Präsidentin Babette Sigg
>> Die komplette Datentabelle (PDF)

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