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Kassensturz verlangt Gegendarstellung

Der Kassensturz verlangt Gegendarstellung zum Artikel «Fehler im SRF-Kassensturzbeitrag vom 5.3.2019 (Pensionskassen/Vermittler)», publiziert am 11. März 2019 auf der Homepage des Schweizerischen Konsumentenforums kf in der Rubrik «Allgemein, kf-NEWS, Wirtschaft I Finanzwesen I Versicherungen» und nimmt wie folgt Stellung:

 „Das Konsumentenforum kf kritisiert im Artikel, Kassensturz habe im Beitrag vom 5. März 2019 zum Thema «Pensionskassen und deren Provisionen für Vermittler» folgende Falschaussage gemacht: «Pensionskassen engagieren Vermittler, um neue Versicherte zu gewinnen. Dafür kassieren diese Broker saftige Provisionen. Diese Provisionen schmälern empfindlich die Altersrenten der Arbeitnehmer.» Unkorrekt an dieser Aussage sei, dass es sich nicht nur um Broker sondern auch massgebend um Aussendienstmitarbeiter von Vorsorgeeinrichtungen/Versicherungen handle . Unzutreffend sei zudem, dass Rentengelder für Courtagen / Provisionen verwendet würden. Aus Sicht des Konsumentenforums kf sind zudem die vom Kassensturz erwähnten Aufwendungen für Broker im 2017 in der Höhe von 300 Mio «über 40% zu hoch», da in dieser Berechnung Kosten für den eigenen Aussendienst der Pensionskassen und weitere Vertriebskosten mitenthalten seien.

Diese Aussagen sind falsch. Kassensturz hat sachgerecht und fehlerfrei berichtet. Mit Blick auf die Komplexität des Themas war es korrekt, im Beitrag einfachheitshalber die Begriffe «Broker» oder «Vermittler» zu verwenden. Damit sind selbstverständlich auch Aussendienstmitarbeitende von Versicherungen gemeint, die gleich wie Broker Neuabschlüsse für Pensionskassen vermitteln. Für diese Neuabschlüsse fliessen laut einer aktuellen Studie von C-alm jährlich rund 300 Mio. Franken unnötigerweise aus dem System der beruflichen Vorsorge. Die 300 Millionen werden Brokern und Vermittlern bezahlt, und damit sind wiederum sämtliche Personen gemeint, die Anschlüsse von Pensionskassen vermitteln. Die Zahl 300 Mio. ist demnach korrekt und nicht 40% zu hoch.

Kassensturz sagt im Beitrag nicht, dass nur aufgrund der hohen Provisionszahlungen die Renten gekürzt werden. Es ist indes eine Tatsache, dass Provisionen und Courtagen für Broker zumindest indirekt einen Einfluss auf die Altersrenten der Versicherten haben. So können die alljährlich wiederkehrenden Courtagen und Provisionen falsche Anreize setzen und Broker dazu verleiten, jene Pensionskassen zu vermitteln, die ihnen am meisten zahlen und nicht jene mit den besten Leistungen für die Versicherten. Pensionskassen benötigen einen Teil der gesparten Gelder für ihren Verwaltungsaufwand. Und je höher die jährlichen Makler- und Brokerkosten sind, desto höher sind die Verwaltungskosten und somit fliessen jährlich Millionen aus der beruflichen Vorsorge ab. Auch diese Aussage war somit korrekt.“

Redaktion «Kassensturz», Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)