Spitalfinder Screenshot

kf und santésuisse präsentieren Spitalfinder

Als Konsumenten haben wir ständig die Wahl. Seit der Änderung des Gesetzes haben wir auch bei den Spitälern die Wahl. Davon machen bereits sehr viele Patienten Gebrauch: Pro Jahr entsteht ein Rechnungsbetrag von circa 1 Mia. Franken, die an Spitäler ausserhalb des Wohnkantons gehen. Gerade bei der Gesundheit, möchten wir die bestmögliche Qualität. Wo diese tatsächlich zu finden ist, zeigt künftig der von santésuisse und Konsumentenforum kf entwickelte Spitalfinder.ch.

Verena Nold, Direktorin von santésuisse, stellte gleich klar, dass sich Schweizerinnen und Schweizer grundsätzlich glücklich schätzen können, da alle Spitäler in der Schweiz gut seien. Gerade wenn es um die eigene Gesundheit geht, ist den anspruchsvollen Patienten „gut“ aber vielleicht nicht gut genug und man möchte unter all den guten Spitälern die hervorragenden finden. Dieses Unterfangen wird eindeutig erleichtert mit dem Spitalfinder. Diese elektronische Plattform wurde von santésuisse und dem Konsumentenforum kf an einer gemeinsamen Pressekonferenz am 18. November vorgestellt.

Lang bestehende Idee
Die Motivation hinter dem Spitalfinder war einerseits das Zusammenführen der vielen verfügbaren Daten. Diese wären eigentlich schon seit Jahren vorhanden – allerdings an verschiedenen Orten und für Laien oftmals nicht auffindbar oder kaum interpretierbar. Santésuisse versuche bereits seit 1996 die Qualitätsmessungen öffentlich zu machen, gab Verena Nold an. Sie räumte ein, dass es sehr schwierig sei, die Qualität eines Spitals zu erfassen. Laut Krankenversicherungsgesetz Art. 43 solle eine „qualitativ hochstehende und zweckmässige Versorgung zu möglichst günstigen Kosten“ erbracht werden. Das liesse Spielraum. Für die Macher des Spitalfinders stand deshalb die Beantwortung der Frage „Was bewirkt die Behandlung?“ im Zentrum. Massgebend ist demnach die Ergebnisqualität. Dass das Sinn macht, erläuterte Nold sehr pragmatisch: „Patienten müssen nach dem Spitalbesuch gesünder sein.“

Der Spitalfinder soll aber auch Anreize schaffen, um die Leistungserbringer dazu zu bewegen, ihre Qualität laufend zu verbessern. Babette Sigg, Präsidentin des Konsumentenforums kf, sprach vom langfristig hohen Nutzen für Versicherte: „Durch die erleichterte Vergleichbarkeit sollte der Anreiz bestehen, sich als Spital weiter verbessern zu wollen und die bestmögliche Qualität zu erreichen. Ein Umstand, wovon schliesslich wieder die Patienten profitieren werden.“ Um dieses Ziel erreichen zu können, wurden für den Spitalfinder alle tangierten Parteien an den Tisch geholt. Zusammen mit Leistungserbringern, BAG und ANQ wurde die neue elektronische Plattform partnerschaftlich erarbeitet – immer im Hinblich darauf, dass Patienten, die ins Spital müssen, sich informieren können.

Verlässliche Daten verständlich aufbereitet
Cornelia Meier, die Projektchefin, erklärte an der Medienkonferenz: „Die Daten sind eng an den durch das BAG vorgegebenen Zahlen. Sie wurden erweitert um die Qualitätsmessungen vom ANQ (Nationaler Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken). Fallzahlen bilden dabei das erste wichtige Kriterium, da mehr Fälle auch mehr Routine bedeuten. Die Patientenzufriedenheit beurteilt zwar nicht zwingend die Behandlungsqualität, liefert aber gerade für Patienten eine weitere wichtige Dimension.“

Alles in allem bedeutet der Spitalfinder ein neues Mass an Transparenz, war sich Nold sicher: „Der Spitalfinder liefert wichtige Entscheidungsgrundlage für die Spitalwahl. Es ist der Versuch, möglichst völlständig zu sein – es fehlen aber z.B. Geburten. Dies wird künftig noch implementiert.“ Es ist schon bei der Vorstellung klar, dass die Plattform soll laufend aktualisiert werden wird, um nicht zu einem Daten-Friedhof zu verkommen.