Konzentration auf Kerngeschäft: SBB schliessen ihre Reisebüros

Die SBB haben heute bekannt gegeben, dass sie sich per Ende 2015 aus dem verlustbringenden Reisebürogeschäft zurückziehen würden. Flugreisen, Badeferien oder Kreuzfahrten werden aus dem Angebot gestrichen. Aus Konsumentensicht werden dadurch bei den SBB hoffentlich Kapazitäten frei, um sich noch stärker auf die Kernaufgaben zu fokussieren.

Seit Jahren riss das Geschäft mit Ferienreisen den SBB ein Loch in die Kasse. Auch für das laufende Jahr wird mit einem Verlust im einstelligen Millionenbereich gerechnet. Insofern macht der angekündigte Schritt Sinn. An ihren Schaltern werden die SBB den Konsumentinnen und Konsumenten auch nach dem Rückzug aus dem Reisebürogeschäft weiterhin nationale und internationale Bahnreisen, Gruppenreisen, Geldwechsel oder Bahnreisen in Kombination mit Eintritten anbieten.

Entscheidung kommt Konsumenten zugute
„Dieser Entscheid ist aus Konsumentensicht eindeutig zu begrüssen“, so die Einschätzung von Michel Rudin, Geschäftsführer des Konsumentenforums kf sowie Mitglied des Kundenbeirates der SBB. Es sei gut, wenn bei Betrieben in Staatsbesitz kostensparend vorgegangen werde. „Das Angebot entsprach auch nicht dem Service Public“, so Rudin weiter, „denn offensichtlich wird das Reisegeschäft von Privaten bereits erfolgreich angeboten.“ Defizitäre Angebote seien vom Staat oder bundesnahen Betrieben nur dann zu betreiben, wenn es ein Grundbedürfnis darstelle.

Die SBB kündigten an, dass die rund 80 Vollzeitstellen aus dem Reisebürogeschäft erhalten blieben und die Mitarbeitenden im bedienten Verkauf weiterbeschäftigt würden. Die Kernaufgabe bleibt somit erhalten: Konsumenten werden wie gewohnt die Möglichkeit behalten, an bedienten Schaltern ihre Tickets, auch für Auslandreisen, beziehen zu können. Für Michel Rudin bleibt aber auch klar, dass die SBB sich weiter auf ihre Kernaufgaben zu fokussieren haben: „Probleme wie überfüllte Züge zu Stosszeiten sind als nächstes zu lösen. Dazu wünschen wir uns, dass die SBB sich weiterhin innovativ zeigen – auch bei der Preisgestaltung, denn unser Pulsmesser zeigte erneut, dass Preissteigerungen im Service Public eine bedeutende Sorge darstellen.“

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Medienmitteilung SBB