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Online-Betrügereien nehmen weiter zu!

Obwohl 2017 noch nicht zu Ende ist, verzeichnet die Rechtsberatung des Konsumentenforums massiv mehr Fälle von Online-Betrügereien als im Vorjahr. Von den insgesamt 402 Fällen (Stand per  30.11.17) war der grösste Teil auf Online-Betrügereien zurückzuführen. Die Zunahme von knapp 20% gegenüber dem Vorjahr ist vor allem einem Genfer Unternehmen zu „verdanken“…

Die Rechtsberaterinnen Rahel Nyffenegger und Rosina Ueltschi stehen im Dauereinsatz. Insgesamt 402 Fälle haben sie bis heute bearbeitet, davon 280 wegen betrügerischem Online-Handel und 122 wegen „nicht-digitalen“ Fällen wie Vertragsbrüchen oder Raubkopien. Was besonders ins Auge fällt bei den Online-Betrügereien: Von den 280 Fällen entfallen 111 Fälle auf den Genfer Tickethändler viagogo. Die Seite verkauft Tickets aus zweiter Hand weiter, was sehr häufig zu Komplikationen für die Käufer führt. Wer beispielsweise Tickets für ein Konzert, die Eishockey-Playoffs oder ein Champions-League-Spiel im Internet sucht, stösst oft als Erstes auf das Ticketportal viagogo. Und ärgert sich dann beim Kauf, weil plötzlich hohe Zusatzgebühren dazukommen,  die Tickets nicht ankommen, sie auf den falschen Namen ausgestellt oder gar ungültig sind

„Abgeschlagen“ auf Platz 2 der Online-Betrügereien mit sechs Fällen ist die Webseite www.dragonslim.ch. Konsumenten beschwerten sich, dass sie nach der Bestellung von Gratis-Mustern in einer Abo-Falle gelandet waren. Nach dem Erhalt des Gratis-Musters folgte rasch eine hohe Rechnung und weitere Lieferungen, die die Konsumenten gar nie bestellt hatten.

Platz 3 mit vier Fällen teilen sich mehrere Firmen (Apple, Electrolymp, Microspot, Goodfarm, PC-Ostschweiz und ricardo). Fairerweise sei jedoch gesagt, dass man diesen Firmen – im Gegensatz zu Platz 1 und 2 – nicht vorwerfen kann, sie würden betrügerisch handeln. Alle liessen mit sich reden und konnten durch unserer Rechtsberaterinnen kontaktiert  und überzeugt werden.

Bei den 122 „nicht-digitalen“ Fällen verhält es sich wesentlich anders: Die Fälle konzentrieren sich nicht auf eine einzige Firma, sondern verteilen sich gleichmässig. Würde man eine Hitparade führen, wären die beiden Mobilfunk-Anbieter Swisscom und Salt mit fünf bzw. vier Fällen an der Spitze – was aber nicht ganz fair ist – schliesslich verfügen diese beiden Anbieter über Millionen von Kunden und in diesen Fällen kann man nicht von Betrug reden, höchstens von Missversehen oder Falscheinschätzungen. Auch hier funktionierte die Zusammenarbeit mit unserer Rechtsberatung.

Weiterführende Links:

Warnung vor viagogo (Blick-Bericht vom 4.4.2017) 

Warnung vor dragonslim