Salat Hydrokultur Gewächshaus

Erste Schweizer Salate aus Hydrokulturen ab Frühling im Verkauf

Sieben Mal mehr Salate pro Jahr als auf einem normalen Salatfeld, 80 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel und nur noch ein Drittel der sonst benötigten Wassermenge. Es klingt vielversprechend, was im ersten Schweizer Gewächshaus mit Salat-Hydrokulturen entsteht.

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst LID berichtet, dass in einem Gewächshaus in Dällikon ZH erstmals Salate in Hydrokulturen angepflanzt werden. Die Gebrüder Meier Agrohandel AG ist demnach die erste Salatgärtnerei, welche das im Ausland bereits etablierte Konzept hierzulande anwendet. Samen der drei angebotenen Salatsorten werden in einen Presstopf aus einem Erdengemisch in Rinnen gelegt. Diese werden von einem Wasserkreislauf durchflossen. Die jungen Salate machen sich in den Rinnen dann auf eine je nach Jahreszeit 3 bis 8-wöchige Reise ans andere Ende des Gewächshauses. Jedes Mal wenn dort eine Rinne abgeerntet wird, bewegt sich das System hydraulisch eine Reihe vorwärts und am Anfang kann neu gesetzt werden. Die Abstände zwischen den Rinnen passen sich jeweils automatisch dem zunehmenden Volumen der Salate an. Die Anlage weist ein Gefälle von einem Prozent auf. So kann das Wasser mit dem Dünger in einem Kreislauf an den Wurzeln vorbeifliessen. Das gebrauchte Wasser wird in einem Kohlefilter aufbereitet und läuft anschliessend bevor es wieder in den Kreislauf geht noch durch einen UV-Filter, der die Keime zerstört.

Die Vorteile eines solchen Systems liegen auf der Hand: Hydrokultur-Anbau verbraucht weniger Fläche bei mehr Produktion als im konventionellen Anbau. Durch das Kreislauf-System wird sogar weniger Wasser verbraucht als im Landanbau. In Fernost braucht es keine Pflanzenschutzmittel mehr, das die Räume hermetisch abgeschlossen sind und Erntehelfer sterile Anzüge tragen. So können keine Pilze und Bakterien entstehen. Ganz auf Pflanzenschutzmittel mögen die Gebrüder Meier noch nicht, da sie betonen, dass die Atmosphäre in ihrem Gewächshaus nach wie vor natürlich sei.

Noch sind die Gärtner am testen von verschiedenen Salatsorten. Ab diesem Frühling sollen aber sogenannte Trio-Salate aus den Hydrokulturen bei Coop in den Verkauf kommen. Coop wird das Produkt namens „Living Salad Trio“ ab 7. März erst in seinen Megastores, eine Woche später in weiteren grösseren Filialen der Deutschschweiz und des Tessins verkaufen. Der Salat soll mit den Wurzelballen verkauft werden, was eine längere Haltbarkeit bringen soll. Theoretisch könnten frische Salate sogar noch einmal im Garten eingepflanzt werden.

Quelle: Landwirtschaftlicher Informationsdienst LID

Auf der Facebook-Seite der Gebrüder Meier AG ist ein Zeitraffer-Video zu sehen, in dem die Salate in der Anlage wachsen.