Swiss verlangt Zusatzgebühren – Konsument zahlt drauf

Seit September 2015 erhebt die Swiss Zusatzgebühren für Buchungen, die nicht über die eigene Webseite erfolgen. Die vom Schweizer Reisebüro Verband SRV eingereichte Klage wurde nun abgewiesen. Betroffen davon sind vor allem die Konsumenten, welche im undurchsichtigen Reise-Geschäft noch mehr zur Kasse gebeten werden. Und weiterer Reise-Ärger ist bereits vorprogrammiert…

Die Swiss erhebt eine Zusatzgebühr von Fr. 16.- wenn Buchungen nicht direkt über ihre Webseite sondern über das globale Reservierungssystem (GDS) erfolgen. Dies sorgt bei den Reisebüros für rote Köpfe, da diese meist via GDS buchen und sich dadurch von der Swiss benachteiligt fühlen. Obwohl man die Zusammenarbeit mit der Swiss nicht beenden will, wurde vom Schweizer Reisebüroverband Klage bei der Wettbewerbskommission Weko eingereicht. Diese Klage wurde nun mit der Begründung, dass die Swiss ihre marktbeherrschende Stellung nicht missbrauche, abgeschmettert. Die Gebühr gilt ebenso für die Konzernmutter Lufthansa wie auch für die Schwester-Airline Edelweiss. Der SRV will den Entscheid zuerst analysieren bevor er sich dazu äussert.

Obwohl ohne Mitspracherecht, sind die Konsumenten vom Weko-Entscheid direkt betroffen, da ihnen diese Zusatzgebühren von den Reisebüros  weiterverrechnet werden. Die Reise-Branche befindet sich derzeit im Umbruch, es gibt kein leicht verdientes Geld mehr. Fieberhaft wird nach neuen Ideen gesucht, wird optimiert und rationalisiert. Logisch, dass auch etwas grosszügiger bei Preisen und Gebühren kalkuliert wird. Der Konsument ist darum gut beraten, wenn er für seine Reiseplanung mehrere Preisvergleiche anstellt und ebenso scharf kalkuliert, wie es Fluggesellschaften und Reisebüros tun.

Es wäre aus Sicht der Konsumenten wünschenswert, dass die Reisebranche wieder transparenter und glaubwürdiger wird. Dies dürfte aber so schnell nicht geschehen, denn am Zeit-Horizont türmen sich bereits die nächsten dunklen Wolken auf: ab 1. Juli 2017 tritt in der EU ein neues Gesetz in Kraft, welches es den Reise-Anbietern erlaubt, 20 Tage vor Reisebeginn die Kosten um bis 8% zu erhöhen. Erfahrungsgemäss zieht die Schweiz bei solchen Gesetzen ein paar Jahre später nach….

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