Stromzähler

Teurer Strom wegen gestiegenem Netzzuschlag

Ab dem 1. Januar 2016 werden Schweizer Stromkonsumentinnen und -konsumenten einen Netzzuschlag von 1,3 Rp/kWh statt wie aktuell 1,1 Rp/kWh bezahlen. Damit will der Bund die Liquidität des Netzzuschlagfonds weiterhin gewährleisten. Für 2016 wird vor allem mit deutlich mehr KEV-Vergütungen gerechnet.

Der bei den Stromkonsumentinnen und -konsumenten erhobene Netzzuschlag fliesst in den so genannten Netzzuschlagsfonds. Mit diesem Fonds werden die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV), die Einmalvergütungen für kleine Photovoltaik-Anlagen, die wettbewerblichen Ausschreibungen für Stromeffizienz, die Rückerstattungen an Grossverbraucher, die Risikogarantien für Geothermieprojekte, die Vollzugskosten sowie Gewässersanierungsmassnahmen finanziert.

Das Energiegesetz legt das Maximum des Netzzuschlags auf 1,5 Rappen/kWh fest (davon 0,1 Rappen/kWh für Gewässersanierungsmassnahmen nach Art. 83a des Gewässerschutzgesetzes und Art. 10 des Bundesgesetzes über die Fischerei). Wenn der erhobene Netzzuschlag zur Finanzierung der oben genannten Verwendungszwecke nicht mehr ausreicht, kann der Bundesrat den Netzzuschlag erhöhen.

Der Bundesrat erhöht den Netzzuschlag per 1. Januar 2016 auf 1,3 Rappen/kWh (2015: 1,1 Rappen/kWh). Die Belastung durch den Netzzuschlag für einen 4-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4`500 kWh steigt damit um 9 Franken auf 58.50 Franken pro Jahr (2014: 49.50 Franken). Um stromintensive Grossverbraucher zu entlasten, wurde in dem per 1. Januar 2014 revidierten Energiegesetz die Rückerstattung des Netzzuschlags für stromintensive Unternehmen ausgebaut. Unternehmen mit Elektrizitätskosten von mehr als 5% ihrer Bruttowertschöpfung können sich den Netzzuschlag teilweise oder vollumfänglich zurückerstatten lassen, wenn sie sich in einer Zielvereinbarung mit dem Bund zur Steigerung ihrer Energieeffizienz verpflichten. Für kleine und mittlere Unternehmen ohne Anspruch auf diese Rückerstattung bedeutet die Erhöhung des Netzzuschlags allerdings spürbar höhere Stromkosten.

Die Auszahlungen aus dem Netzzuschlagfonds belaufen sich im Jahr 2016 voraussichtlich auf 843 Millionen Franken. Mit dem aktuell geltenden Netzzuschlag von 1,1 Rp./kWh werden zusammen mit den Erträgen aus dem Stromverkauf und dem Fondsübertrag aus dem Vorjahr Einnahmen von 798 Millionen Franken erzielt. Durch die Erhöhung des Netzzuschlags per 1. Januar 2016 auf 1,3 Rp./kWh entstehen Mehreinnahmen von jährlich rund 120 Millionen Franken. Die Kostenstruktur 2016 sieht wie folgt aus (in Klammern jeweils Zahlen für 2015):

  • KEV-Vergütungen: 564 Mio.Fr. (449 Mio.Fr.)
  • Einmalvergütungen für kleine Photovoltaik-Anlagen: 100 Mio.Fr. (157 Mio.Fr.)
  • Mehrkostenfinanzierung: 30 Mio.Fr. (30 Mio.Fr.)
  • Wettbewerbliche Ausschreibungen: 41 Mio.Fr. (41 Mio.Fr.)
  • Ausgleichsenergie: 5 Mio.Fr. (5 Mio.Fr.)
  • (Teil-)Rückerstattungen an Grossverbraucher: 32 Mio.Fr. (16 Mio.Fr.)
  • Vollzugskosten: 12 Mio.Fr. (12 Mio.Fr.)
  • Gewässersanierungsmassnahmen: 59 Mio. Fr. (59 Mio.Fr.)

Total: 843 Mio.Fr. (769 Mio.Fr.)

Quelle: Medienmitteilung Bundesamt für Energie BFE