Gutscheine Tipps

Ob aus Verlegenheit oder um dem Beschenkten mehrere Optionen offen zu lassen – Gutscheine sind ein beliebtes Geschenk. Allerdings verfallen sie nicht selten ungenutzt. Wie lange ein Anspruch darauf besteht und was Sie beachten sollten, lesen sie hier.

> Gültigkeit

Die Gültigkeit von Gutscheinen ist im Gesetz nicht speziell geregelt. Es sind die allg. Regeln des Vertragsrechts anwendbar. Unter Vorbehalt der gesetzlichen Grenzen kann die Gültigkeitsdauer von Gutscheinen von den Parteien bei dessen Kauf festgelegt werden.

Die folgenden gesetzlichen Grenzen müssen in Betracht gezogen werden:
  • Gutscheine ohne Verfalldatum: Ist auf einem Gutschein kein Ablaufdatum aufgedruckt («gültig bis…») gelten die gesetzlichen Verjährungsfristen. Diese betragen je nach Art der Forderung 5 oder 10 Jahre. Gutscheine für kleinere Waren wie Bücher, Kleider, Lebensmittel, für ein Essen im Restaurant oder für eine Massage laufen nach 5 Jahren ab. Bei Gutscheinen für Hotelübernachtungen, Reisen, Theaterbesuche oder Wellnesseeintritte beträgt die Verjährungsfrist 10 Jahre.
  • Gutscheine mit Verfalldatum: Häufig ist auf Gutscheinen eine beschränkte Gültigkeit aufgedruckt, zum Beispiel ein oder zwei Jahre. Diese Fristen sind kürzer als die Fristen im Obligationenrecht. Wer auf die gesetzlichen Fristen bestehen will, müsste in einem Streitfall gegen den Geschäftsinhaber klagen. Weil es bei Gutscheinen meist um geringe Beträge geht, lohnt sich dieser Aufwand kaum.

Falls die Dauer in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgehalten ist, dann darf diese nach Art. 8 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) den Käufer nicht erheblich und in einer ungerechtfertigten Weise benachteiligen. Sind die Fristen zu kurz, so wären diese wahrscheinlich nicht gültig.

Falls die Dauer des Gutscheins mit den Verjährungsfristen gleichgesetzt ist, dann wird der Gutschein während einer minimalen Dauer von fünf Jahren für alle Lieferungen von Konsumgütern und zehn Jahre für alle anderen Fälle gültig sein. Diese Dauer entspricht den gesetzlichen Verjährungsfristen, welche nicht verkürzt werden dürfen.

Der Verkäufer ist nicht verpflichtet, den Gutschein nach Ablauf der Gültigkeitsdauer zu akzeptieren; er kann dies jedoch aus Gefälligkeit tun.

Bei der Aushändigung eines Gutscheins ist die Gültigkeitsdauer des Gutscheins zu prüfen und gegebenenfalls eine längere Dauer zu vereinbaren.

> Geschäftsinhaber schliesst oder wechselt

Problematisch kann sich die Situation bei der Übernahme des Geschäfts oder dessen Schliessung darstellen. In diesem Fall gilt Folgendes: Falls der neue Erwerber das Geschäft inklusive Schulden vom früheren Eigentümer übernimmt, muss er den Gutschein akzeptieren.

Falls der neue Erwerber die Schulden nicht übernimmt oder das Geschäft definitiv geschlossen wird, bleibt der frühere Eigentümer Schuldner des Gutscheins. Der Kunde muss sich folglich an diesen wenden, was sich jedoch in der Praxis als schwierig herausstellt.

> Rückerstattung Restbetrag

Grundsätzlich besteht kein Anspruch auf die Rückerstattung des Restbetrags zwischen Gutscheinwert und Kaufbetrag. Ausser das Geschäft zeigt sich kulant und zahlt das restliche Guthaben bar aus. Ansonsten besteht nur Anspruch auf einen weiteren Gutschein über den Restbetrag.