Präsidentinnen des kf
| 1961 - 1963 | Yvonne Rudolf-Benoit |
| 1963 - 1965 | Claire Schibler-Kägi |
| 1965 - 1978 | Dr. Emilie Lieberherr |
| 1978 - 1986 | Monika Weber |
| 1986 - 1998 | Margrit Krüger |
| 1998 - 2002 | Katharina Hasler |
| 2002 - 2004 | Liselotte Steffen Präsidentin ad interim |
| seit 2004 | Franziska Troesch-Schnyder |
Ausgangslage
In den 60er Jahren steigt mit der Forderung nach dem Frauenstimmrecht das Bedürfnis der Schweizerinnen nach wirtschaftspolitischen Informationen. Insbesondere die Vielzahl der Hausfrauen sind in verstärktem Masse mit den aufkommenden Massengütern konfrontiert.
Gründung und Start des kf
Am 1. Dezember 1961 gründen 13 Frauenzentralen und 11 gesamtschweizerische Frauenverbände das Konsumentinnenforum Schweiz. Erste Präsidentin wird Yvonne Rudolf-Benoit. Das Ziel ist Information für kritische Konsumentinnen. Themen sind Tests um Öle, Fette und Margarine, Phosphate in Waschmitteln, Gewässerschutz, das Spritzen und Düngen von Obst und die Qualitätsbezeichnung.
Lancierung von „prüf mit“
1969 wird die Zeitschrift „prüf mit“ lanciert, die 6x jährlich mit einer Auflage von 10'000 Exemplaren erscheint.
Zusatzstoffe und erstmals Fertigprodukte als Thema
In den 70er Jahren ist der Zuwachs an Lebensmitteln aus industrieller Produktion ungebrochen. Neben der Problematik von Zusatzstoffen in Lebensmitteln und der Rolle von Fertigprodukten (Büchsenravioli) wird die Abfallthematik ein grosses Thema.
Verbot von Phosphaten im Waschmittel und Hormone im Kalbfleisch
Von 1970-1975 verfügt das Konsumentinnenforum Schweiz bereits über 8 Sektionen. Die Beratungsstelle bearbeitet 5000 Fälle pro Jahr. Wichtige Forderungen sind das Verbot von Phosphaten in Waschmitteln, der Kampf gegen Wegwerfflaschen, Abfälle, Zusatzstoffe in Lebensmitteln und Antibiotika im Fleisch.
Erfolge werden erzielt durch die grosse Nachfrage nach den Dienstleistungen des Konsument-innenforums Schweiz, die Preisüberwacher-Initiative wird lanciert, hormonhaltiges Kalbfleisch wird zum öffentlich diskutierten Thema.
Die Konsumgeneration der 80er Jahre
In den 80er Jahren werden vor allem Luftverschmutzung und Waldsterben als grosses Problem wahrgenommen. 1989 hat das kf bereits 18 Sektionen.
Ein Stichwort ist die sog. „Konsumgeneration“. Aber auch die neue Rolle der Konsumentinnen und Konsumenten, bedrohte Lebensgrundlagen, Boden und Lebensmittelzusatzstoffe (z.B. Verbot von Somatotropin bei Milch- und Fleischproduktion) und Verseuchung von Lebensmitteln (Salmonellen, Listerien, BSE etc.) sind ein Thema.
Annahme der Preisüberwacher-Initiative dank kf
Die grössten Erfolge sind die Annahme der ersten Preisüberwacher-Initiative, die Durchsetzung des Verbots von Phosphaten in Waschmitteln und die zweite Preisüberwacher-Initiative, welche über 100'000 Unterschriften bringt.
kf aktiv in Abstimmungskämpfen und Höhepunkt des „prüf mit“
Die 90er Jahre sind geprägt von der europäischen Wirtschaftskrise, der Wirtschaftsglobalisierung und dem Eintritt ins Gentech-Zeitalter. Das Konsumentinnenforum Schweiz wird politisch noch aktiver. Es beteiligt sich an Abstimmungskämpfen und nimmt wiederholt zu verschiedensten Vorlagen öffentlich Stellung. Das „prüf mit“ erreicht mit 38'000 Abonnenten 1991 den Höhepunkt.
Aus Konsumentinnenforum wird Konsumentenforum kf
1998 stimmen an der Generalversammlung die Mitglieder der Namensänderung zu. Aus dem Konsumentinnenforum wird das Konsumentenforum kf. Die kommenden Jahre sind geprägt von folgenden Themen: Konsumenteninformationsgesetz KIG, Diskussion um die Beteiligung am EWR im Vorfeld der Abstimmung, Abfallthematik, Lebensmittel und Gentechnologie (Genschutz-Initiative und Gentech-Gesetz), Neues Krankenversicherungsgesetz KVG, Eurolex (Konsumkreditgesetz, Produktehaftung), GATT, Landwirtschaftsvorlagen, Energiefragen.
Erfolgreich mit der Liberalisierung der PTT und privatwirtschaftliche Vereinbarung „hors-sol“
Erfolge verzeichnet das kf mit der Liberalisierung der PTT, dem Nachtfahrverbot, und dem Teilerfolg beim Kampf gegen höhere Franchisen beim Krankenversicherungsgesetz KVG. Das kf Schweiz schliesst mit den Branchenverbänden eine privatwirtschaftliche Vereinbarung betreffend "hors-sol" und Gewächshaus-Gemüse und Obst.
Neue Konsumenten-Themenbereiche von Gentechnik bis Versicherungsverträgen
Seit 2000 kümmert sich das kf um Themenfelder wie das Konsumenteninformationsgesetz KIG, Gen- und Nanotechnologie, Postinitiative, Elektronischer Geschäftsverkehr, Agrarpolitik, Versicherungsvertragsgesetz, CO2-Gesetz, Mehrwertdienstnummern, Preisbekanntgabe-verordnung, Gesetz über technische Handelshemmnisse (Cassis de Dijon-Prinzip) oder Umstrukturierung des Lebensmittelrechts. Erfolge verbuchen kann das kf bei der Poststellen-Initiative, beim Versicherungsvertrag und der Preisbekanntgabepflicht für Mehrwertdienstnummern. Im Zeitalter von K-tipp und Saldo ändern sich die Gewohnheiten und Engagements. Das „prüf-mit“ wird an den Beobachter abgetreten.
Themenvielfalt von Gesundheitspolitik bis Kartellgesetz
In den letzten Jahren dazu gekommen sind das UWG (Gesetz über unlauteren Wettbewerb), Gesundheitswesen/Krankenkassenprämien, Managed Care, staatliche Einheitskasse, Prävention (Impfen), sowie das Markenschutzgesetz (Swissness-Vorlage). Weitere Themen sind das Freihandelsabkommen mit der EU im Agrar-, Lebensmittel- und Gesundheitsbereich und die Forderung nach einer Kohärenten Konsumpolitik Schweiz (KoKoS), ebenso wie die Mehr-wertsteuer-Reform, der Gebühren- und Abgabe-Dschungel und transparente und objektive Bankeninformation und -Beratung.
Den Sorgen der Konsumenten Rechnung tragen
2005 erscheint zum ersten Mal die repräsentative Studie „Sorgenbarometer“ (ab 2009 Pulsmesser genannt), welche jährlich die Sorgen der Schweizerinnen und Schweizer abfragt.
Umzug nach Bern und Ausbau der Beratungs-Dienstleistungen
Im Oktober 2009 verlegt das kf die Geschäftsstelle nach Bern, um näher bei Politik und Verwaltung zu sein. Das kf ist nun mitten in der Berner Innenstadt und somit direkt am Puls des politischen Geschehens. Mit dem Umzug nach Bern ist ein Ausbau der Service-Leistungen verbunden. Der Beratungsdienst ist neu auch nachmittags von 13.30 bis 16.00 Uhr geöffnet.
Erste deutschsprachige Konsumentenorganisation wird 50 Jahre alt
Am 1. Dezember 2011 feiert das Konsumentenforum kf sein erstes halbes Jahrhundert. Unterstützt von seinen Mitgliedern (Einzel-, Gönner- und Kollektivmitgliedern) und Sektionen (Zürich, Ostschweiz, Schaffhausen) präsentiert sich das kf als die unabhängige und liberale Schweizer Konsumentenorganisation, die sich auf allen Ebenen für die Interessen der Konsumenten einsetzt.
