Geschichte

1960er

In den 60er Jahren stieg mit der Forderung nach dem Frauenstimmrecht das Bedürfnis der Schweizerinnen nach wirtschaftspolitischen Informationen. Insbesondere die Vielzahl der Hausfrauen war in verstärktem Masse mit den aufkommenden Massengütern konfrontiert.

Am 1. Dezember 1961 gründeten 13 Frauenzentralen und 11 gesamtschweizerische Frauenverbände das Konsumentinnenforum Schweiz. Erste Präsidentin wurde Yvonne Rudolf-Benoit. Das Ziel war von Anfang an Information für kritische Konsumentinnen. Themen waren Tests um Öle, Fette und Margarine, Phosphate in Waschmitteln, Gewässerschutz, das Spritzen und Düngen von Obst und die Qualitätsbezeichnung.

1969 wurde die Zeitschrift „prüf mit“ lanciert, die 6x jährlich mit einer Auflage von 10’000 Exemplaren erschien.

1970er

In den 70er Jahren war der Zuwachs an Lebensmitteln aus industrieller Produktion ungebrochen. Neben der Problematik von Zusatzstoffen in Lebensmitteln und der Rolle von Fertigprodukten (Büchsenravioli) wurde die Abfallthematik ein grosses Thema.

Von 1970-1975 verfügte das Konsumentinnenforum Schweiz bereits über 8 Sektionen. Die Beratungsstelle bearbeitete 5000 Fälle pro Jahr. Wichtige Forderungen waren das Verbot von Phosphaten in Waschmitteln, der Kampf gegen Wegwerfflaschen, Abfälle, Zusatzstoffe in Lebensmitteln und Antibiotika im Fleisch.
Erfolge wurden erzielt durch die grosse Nachfrage nach den Dienstleistungen des Konsumentinnenforums Schweiz, die Preisüberwacher-Initiative wurde lanciert, hormonhaltiges Kalbfleisch wurde zum öffentlich diskutierten Thema.

1980er

In den 80er Jahren wurden vor allem Luftverschmutzung und Waldsterben als grosses Problem wahrgenommen. 1989 zählte das kf bereits 18 Sektionen.
Ein Stichwort war die sog. „Konsumgeneration“, aber auch die neue Rolle der Konsumentinnen und Konsumenten, bedrohte Lebensgrundlagen, Boden und Lebensmittelzusatzstoffe (z.B. Verbot von Somatotropin bei Milch- und Fleischproduktion) und Verseuchung von Lebensmitteln (Salmonellen, Listerien, BSE etc.).

Die grössten Erfolge in dieser Zeit waren die Annahme der ersten Preisüberwacher-Initiative, die Durchsetzung des Verbots von Phosphaten in Waschmitteln und die zweite Preisüberwacher-Initiative, welche über 100’000 Unterschriften brachte.

1990er

Die 90er Jahre waren geprägt von der europäischen Wirtschaftskrise, der Wirtschaftsglobalisierung und dem Eintritt ins Gentech-Zeitalter. Das Konsumentinnenforum Schweiz wurde politisch noch aktiver. Es beteiligte sich an Abstimmungskämpfen und nahm wiederholt zu verschiedensten Vorlagen öffentlich Stellung. Das „prüf mit“ erreichte mit 38’000 Abonnenten 1991 den Höhepunkt. Die kommenden Jahre waren geprägt von folgenden Themen: Konsumenteninformationsgesetz KIG, Diskussion um die Beteiligung am EWR im Vorfeld der Abstimmung, Abfallthematik, Lebensmittel und Gentechnologie (Genschutz-Initiative und Gentech-Gesetz), Neues Krankenversicherungsgesetz KVG, Eurolex (Konsumkreditgesetz, Produktehaftung), GATT, Landwirtschaftsvorlagen, Energiefragen.

Erfolge verzeichnete das kf mit der Liberalisierung der PTT, dem Nachtfahrverbot, und dem Teilerfolg beim Kampf gegen höhere Franchisen beim Krankenversicherungsgesetz KVG. Das kf Schweiz schloss mit den Branchenverbänden eine privatwirtschaftliche Vereinbarung betreffend „hors-sol“ und Gewächshaus-Gemüse und Obst ab.

1998 stimmten an der Generalversammlung die Mitglieder der Namensänderung zu: Aus dem Konsumentinnenforum wurde das Konsumentenforum kf.

kf Präsidentinnen

1961 - 1963 Yvonne Rudolf-Benoit

1963 - 1965 Claire Schibler-Kägi

1965 - 1978 Dr. Emilie Lieberherr

1978 - 1986 Monika Weber

1986 - 1998 Margrit Krüger

1998 - 2002 Katharina Hasler

2002 - 2004 Liselotte Steffen (ad interim)

2004 - 2013 Franziska Troesch-Schnyder

seit 2013 Babette Sigg Frank

2000er

Seit 2000 kümmerte sich das kf um Themenfelder wie das Konsumenteninformationsgesetz KIG, Gen- und Nanotechnologie, Postinitiative, Elektronischer Geschäftsverkehr, Agrarpolitik, Versicherungsvertragsgesetz, CO2-Gesetz, Mehrwertdienstnummern, Preisbekanntgabe-verordnung, Gesetz über technische Handelshemmnisse (Cassis de Dijon-Prinzip) oder Umstrukturierung des Lebensmittelrechts. Erfolge verbuchen konnte das kf bei der Poststellen-Initiative, beim Versicherungsvertrag und der Preisbekanntgabepflicht für Mehrwertdienstnummern. Im Zeitalter von K-tipp und Saldo änderten sich die Gewohnheiten und Engagements. Das „prüf-mit“ wurde an den Beobachter abgetreten.

Thematisch neu hinzugekommen waren das UWG (Gesetz über unlauteren Wettbewerb), Gesundheitswesen/ Krankenkassenprämien, Managed Care, staatliche Einheitskasse, Prävention (Impfen), sowie das Markenschutzgesetz (Swissness-Vorlage). Weitere Themen waren das Freihandelsabkommen mit der EU im Agrar-, Lebensmittel- und Gesundheitsbereich und die Forderung nach einer Kohärenten Konsumpolitik Schweiz (KoKoS), ebenso wie die Mehrwertsteuer-Reform, der Gebühren- und Abgabe-Dschungel und transparente und objektive Bankeninformation und -Beratung.

2005 erschien zum ersten Mal die repräsentative Studie „Sorgenbarometer“ (seit 2009 Pulsmesser genannt), welche jährlich die Sorgen der Schweizerinnen und Schweizer abfragt.

Im Oktober 2009 verlegte das kf die Geschäftsstelle nach Bern, um näher bei Politik und Verwaltung zu sein. Das kf befindet sich seither mitten in der Berner Innenstadt und somit direkt am Puls des politischen Geschehens. Mit dem Umzug nach Bern war ein Ausbau der Service-Leistungen verbunden.

2010er

Am 1. Dezember 2011 feierte das Konsumentenforum kf sein erstes halbes Jahrhundert. Unterstützt von seinen Mitgliedern (Einzel-, Gönner- und Kollektivmitgliedern) und Sektionen (damals Zürich, Ostschweiz, Schaffhausen) präsentierte sich das kf als die unabhängige und liberale Schweizer Konsumentenorganisation, die sich auf allen Ebenen für die Interessen der Konsumenten einsetzt.